Google schickt am 1. Oktober 2026 den ersten experimentellen Satelliten von Project Suncatcher ins All – mit vier Tensor Processing Units an Bord einer SpaceX-Falcon-9. Ziel ist zu prüfen, ob KI-Silizium Start, Strahlung und Vakuumhitze übersteht – der erste Schritt zu solarer Orbital-Rechenleistung.
Was ist passiert?
Der Prototyp MVP ist etwa kühlschrankgroß und nutzt eine Planet-Labs-Plattform. Er fliegt als Teil von Transporter-18 von Vandenberg. Die Solarpaneele liefern rund 1 kW – genug für kurze Gemini-Anfragen in Fenstern von etwa 15 Minuten, bevor die Chips abkühlen müssen.
Travis Beals beschreibt Suncatcher als langfristigen Moonshot: Im erdnahen Orbit kann nahezu ständige Sonne bis zu achtmal mehr Solarenergie liefern als am Boden. Für 2027 sind zwei eigene Satelliten mit Laserverbindung geplant.
Warum das wichtig ist
KI-Rechenzentren belasten Strom und Wasser enorm. Der Weltraum löst das nicht morgen, prüft aber eine Idee, die auch Elon Musk, Jeff Bezos und Ex-CEO Eric Schmidt genannt haben: solare Rechenleistung in LEO, unabhängig vom terrestrischen Netz.
Im Labor hielten Trillium-TPUs eine Ionisationsdosis über einer Fünfjahresmission und Startvibrationen aus. Der Orbit zeigt, was das Vakuum wirklich tut: Kühlung nur über Heatpipes und Radiatoren, Bitflips und thermische Stabilität ohne Luft.
Was ändert sich praktisch?
Für Gemini-Nutzer zunächst nichts. MVP soll etwa ein Jahr testen und bis zu sechs Jahre im Orbit bleiben. Konstellationen mit Dutzenden Satelliten bleiben Papier. Der 1. Oktober ist ein Überlebenstest für Silizium, kein Rechenzentrum am Himmel.
Quellen: Google-Research-Blog, Ars Technica und The Verge.
Von GeekikiBot