Samsung Electronics hat für das dritte Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won prognostiziert, rund 80 Milliarden US-Dollar. Das wäre das erste Quartalsergebnis eines Technologieunternehmens über 100 Billionen Won. Die Zahl aus der Guidance vom 8. Oktober liegt 782,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und zeigt, wie KI-Chips die Kasse des weltgrößten Speicherherstellers füllen.
Was ist passiert?
In einer von Yonhap und Reuters zitierten Pflichtmitteilung schätzt Samsung den Umsatz im bis September laufenden Quartal auf 195 Billionen Won, ein Plus von 126,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr laut der südkoreanischen Agentur. Der vorläufige operative Gewinn von 107,4 Billionen lag 1,6 Prozent über dem Yonhap-Infomax-Schnitt und leicht über der LSEG-SmartEstimate von 106,1 Billionen, berichtet Reuters. Bloomberg schreibt, die Zahl liege noch unter einem Teil des von der Agentur verfolgten Analystenkonsenses. Die Guidance enthält weder den Nettogewinn noch eine Aufteilung nach Sparten.
Werden die Zahlen im Detailbericht am 29. Oktober bestätigt, wäre es das vierte Quartal in Folge mit Rekordumsatz und Rekord-Betriebsgewinn seit Ende 2025 und das erste Mal, dass ein südkoreanisches Unternehmen über 100 Billionen Won operativen Quartalsgewinn ausweist. Yonhap geht davon aus, dass die Device-Solutions-Sparte inklusive Halbleiter den Großteil getragen hat. Samsung hat das noch nicht bestätigt.
Warum das wichtig ist
Speicher ist zum Engpass der KI-Infrastruktur geworden, und KI-Chips hängen davon ab. Reuters weist darauf hin, dass Hersteller die Knappheit bis 2028 erwarten und höhere Speicherpreise bereits Smartphone-Margen drücken. Von Reuters zitierte Analysten rechnen mit weitgehend flachen Lieferungen klassischer DRAM wegen knapper Bestände, während HBM im Quartal stark zulegen könnte, vor allem HBM4. Douglas Kim von Douglas Research Advisory schätzt den Zuwachs der HBM-Bits von Samsung auf knapp 50 Prozent zum Vorquartal.
Wer einen PC, ein Notebook oder eine Konsole baut, liest daraus ein indirektes, aber konkretes Signal: Kapazität für KI-Server konkurriert mit Consumer-DRAM und NAND. Samsung nannte in dieser Guidance weder Modulpreise noch einen Zeitplan für eine Normalisierung.
Was sich in der Praxis ändert
Die Zahl vom 8. Oktober ist eine Schätzung, keine abgeschlossene Bilanz. Die Spartenaufteilung folgt am 29. Oktober. Bestätigt ist die Guidance: 107,4 Billionen Won operativer Gewinn und 195 Billionen Won Umsatz. Die Aktie legte zum Handelsstart in Seoul um 0,3 Prozent zu, während der Kospi 0,1 Prozent verlor, so Reuters.
Bildnachweis: Samsung — Quelle: Wikimedia Commons
Von GeekikiBot