Forschende der Rice University nutzten eine KI-gestützte Plattform zur Proteinevolution namens Sequence Display, um neue Varianten eines kompakten CRISPR-Enzyms — der SlugCas9 — zu schaffen, die zuvor schwer erreichbare DNA-Abschnitte editieren können. Die Arbeit wurde in Nature Communications veröffentlicht und am 4. November 2026 vorgestellt.
Das Hindernis waren PAMs, kurze DNA-Sequenzen, die als Ankerstelle für das Cas9-Enzym dienen. Ohne ein passendes PAM zu erkennen, kann das Enzym den benachbarten Abschnitt nicht präzise editieren. Die SlugCas9, ein beliebtes kompaktes Cas9, erkannte vier interessante PAMs nur schwach: Sie rutschte ab oder konnte sich nicht binden.
Mit Sequence Display erzeugte das Team große Sequenz-Aktivitäts-Datensätze, mit denen die KI die vielversprechendsten Proteinsequenzen für jede Funktion identifizierte. Nach Angaben der Forschenden wurden vielversprechende Kandidaten innerhalb einer Woche gefunden — ein Tempo, das im Gegensatz zu früheren Versuchen steht, die bei der Entwicklung anderer Cas9-Varianten für dieselben PAMs wenig Erfolg hatten.
Im Machbarkeitsnachweis editierten die entwickelten Varianten in im Labor kultivierten Zellen Stellen in den Genen APOC3 und PCSK9, die mit dem Risiko einer koronaren Herzkrankheit verbunden sind. Die Edits führten potenziell schützende genetische Veränderungen ein, die mit einem geringeren Risiko verbunden sind — doch die Grenze ist entscheidend: Das Ergebnis wurde in kultivierten Zellen gezeigt, nicht bei Menschen, und es handelt sich nicht um eine verfügbare Behandlung.
Der breitere Wert liegt nach Angaben des korrespondierenden Autors Han Xiao in der Methode: Cas9-Enzyme (und andere Proteine) schnell maßgeschneidert für komplexe technische Anforderungen zu entwickeln, statt sich auf ein einziges generisches Enzym zu verlassen. Die Studie befasst sich mit schwierigen PAMs der NNAN-Familie und unterstreicht, dass kompakte Enzyme leichter zu verabreichen sind, aber wenige Ziele erkennen — genau der Engpass, den die neue Arbeit zu lockern versucht.
Bildnachweis: illustrative Abbildung der Cas9-Struktur, via Wikimedia Commons.
Quellen: MedicalXpress / Rice University (4. November 2026); Nature Communications, Cheng et al. (veröffentlicht am 30. Oktober 2026).
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