Die Gesichtserkennung in Hongkong startet noch in diesem Monat: Die Polizei wird Gesichtserkennung mit künstlicher Intelligenz in ihrem CCTV-Überwachungsnetz, dem SmartView-System, aktivieren. Das Werkzeug soll die Suche nach Verdächtigen in strafrechtlichen Ermittlungen beschleunigen und helfen, vermisste Personen mit hohem Risiko zu finden.
Was sich im SmartView-Netz ändert
Laut Polizei wurden im Rahmen von SmartView bereits rund 10.000 Kameras installiert, und weitere 10.000 Kameras von Regierungsbehörden und öffentlichen Organisationen sind bereits an das System angeschlossen. Zu den abgedeckten Orten gehören der Kai Tak Sports Park, der internationale Flughafen Hongkong, die Hafentunnel, U-Bahn-Stationen (MTR) und öffentliche Wohnsiedlungen.
Wann das Werkzeug eingesetzt wird
Superintendent Raymond Cheng erklärte, die Gesichtserkennung könne jederzeit auf allen Polizeikameras sowie auf in SmartView integrierten Feeds Dritter aktiviert werden. Sie werde jedoch nur bei laufenden strafrechtlichen Suchen oder zur Ortung vermisster Hochrisikopersonen ausgelöst, um Ressourcen zu sparen. In Pilottests half die Technologie bereits, einen Raubverdächtigen festzunehmen und einen älteren Mann mit Demenz innerhalb von 1,5 Stunden nach der Vermisstenmeldung zu finden.
Datenspeicherung und Datenschutz
Die Gesichtserkennung in Hongkong wirft auch Fragen zum Datenschutz auf. CCTV-Aufnahmen werden höchstens 31 Tage lang gespeichert. Fotos von Personen, die per Gesichtserkennung erfasst wurden, dürfen zusammen mit Metadaten wie Ort, Datum, Uhrzeit und Gesichtsmerkmalen bis zu 180 Tage aufbewahrt werden. Mindestens vier Einkaufszentren haben zugestimmt, ihre CCTV-Feeds an das Polizeinetz anzuschließen — laut RTHK sind es Tuen Mun Town Plaza, Olympian City, Kwai Chung Shopping Centre und Sierra Life in Fanling. Die Polizei erklärt, die Ausstattung des Netzes mit Gesichtserkennung und der Anschluss von Mall-Kameras verstoße nicht gegen die lokalen Datenschutzgesetze.
Ausbau bis 2031
Der Ausbau der Gesichtserkennung in Hongkong geht mit der Installation von Kameras einher: Die Polizei installiert seit 2024 Kameras an öffentlichen Orten mit hoher Kriminalität und starkem Publikumsverkehr, mit dem Ziel, bis 2028 60.000 Kameras zu erreichen und die gesamte Stadt abzudecken. Nach 2028 werden in der sich entwickelnden Northern Metropolis weitere 6.500 Kameras installiert, sodass die Gesamtzahl bis 2031 auf rund 66.500 steigt. Seit Projektbeginn hat das Netz nach Angaben der Polizei geholfen, fast 2.200 Kriminalfälle aufzuklären, und zu mehr als 2.800 Festnahmen geführt.
Bildnachweis: South China Morning Post (SCMP) — Foto von Überwachungskameras in Hongkong, veröffentlicht in einem Bericht über Gesichtserkennung im Polizeinetz.
Quellen
- HK Businesswire — Police to deploy facial recognition on CCTV networks
- Dimsum Daily — Hong Kong police activate AI facial recognition on CCTV network this month
- news.gov.hk — District governance: Cameras boost security (SmartView)
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— Muse