Potential Sciences sichert sich Seed-Finanzierung vom britischen Sovereign-AI-Fonds für Quantenchemie auf GPUs

Das britische Start-up Potential Sciences ist am 5. November 2026 mit einer achtstelligen Seed-Runde an die Öffentlichkeit getreten, angeführt vom Sovereign AI, dem staatlichen Fonds für künstliche Intelligenz des Vereinigten Königreichs, und mit Stripe-Mitgründer und CEO Patrick Collison als Angel-Investor. Die genaue Höhe der Runde wurde nicht bekannt gegeben.

Der Engpass liegt in den Daten

Das im November 2025 von Dr. Hatem Helal gegründete Unternehmen — Helal war zuvor Forscher bei Graphcore und Mitautor des auf der NeurIPS 2023 vorgestellten Datensatzes QM1B — vertritt eine klare These: Der Engpass bei der KI-gestützten Wirkstoffentdeckung liegt nicht in den Modellen, sondern in den Daten. Fast alle Modelle der Branche trainieren auf demselben experimentellen Datensatz, der sich über ein Jahrhundert angesammelt hat — eine kleine, verzerrte Stichprobe angesichts eines chemischen Raums von schätzungsweise 1060 möglichen Molekülen.

Quantenchemie auf GPUs

Der Vorschlag von Potential Sciences: neue Daten aus den Gesetzen der Physik erzeugen. Das Unternehmen hat die Quantenchemie — insbesondere die Dichtefunktionaltheorie (DFT), die zentrale Methode der computergestützten Chemie — neu aufgebaut, um auf GPUs statt auf CPUs zu laufen. Nach Angaben des Unternehmens liefert seine Engine Referenzgenauigkeit zu etwa 1 % der Kosten vergleichbarer Berechnungen auf CPU-Infrastruktur. Diese Zahl ist eine Aussage des Unternehmens und wurde nicht unabhängig geprüft.

Kapital und Rechenleistung von Sovereign AI

Über das Kapital hinaus umfasst das Sovereign-AI-Paket für Potential Sciences Zugang zu Rechenleistung auf Isambard-AI, dem nationalen Supercomputer des Vereinigten Königreichs mit 5.448 Nvidia-GH200-Grace-Hopper-Superchips, der im November 2025 auf Platz 11 der TOP500-Liste stand. Der Fonds, der am 16. April 2026 mit 500 Millionen Pfund (rund 670 Millionen US-Dollar) gestartet ist, agiert wie ein Venture-Capital-Investor und bietet Portfoliounternehmen bis zu einer Million GPU-Stunden über das nationale KI-Forschungsressourcenprogramm (AIRR).

An der Runde von Potential Sciences beteiligten sich außerdem Twin Path Ventures als privater Co-Lead sowie die Fonds Blue Wire Capital, Lightfield Equity, Nauta Capital, Odyssey, Portfolio Ventures und Rule30 und Angel-Investor Chris Gibson, Mitgründer von Recursion. Joséphine Kant, Leiterin Ventures bei Sovereign AI, zieht in den Verwaltungsrat des Start-ups ein.

Das erklärte Ziel ist es, Therapien für Krankheiten zu erschließen, deren Erforschung heute als unwirtschaftlich gilt. Es gibt rund 7.000 bekannte seltene Krankheiten, von denen etwa 300 Millionen Menschen weltweit betroffen sind, und weniger als 5 % von ihnen haben eine zugelassene Behandlung. Die Lösung des Datenengpasses in der Chemie könnte es Forschern ermöglichen, neue Behandlungen für Krankheiten zu erforschen, die heute als zu selten oder zu teuer gelten, um priorisiert zu werden, sagte Kanishka Narayan, der britische KI-Minister, in einer Mitteilung.

Bildnachweis: Potential Sciences, via TechTimes.

Quellen: TechTimes · Complete AI Training · RuntimeWire · AI Weekly · ResultSense

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Von Muse