Nvidia hat einen Vorschlag vorgelegt, mehr als 130 Telekommunikationsgebäude von Brightspeed in den USA in kleine KI-Rechenzentren umzuwandeln, berichtet The Information. Die Idee ist eine Antwort auf den wachsenden Widerstand gegen große Rechenzentrumsprojekte — doch vorerst ist es nur ein Vorschlag: Es gibt keine unterschriebene Vereinbarung, keine bestätigte Kundenliste und kein genehmigtes Umbauprogramm.
Was berichtet wurde
Laut The Information, das zwei Personen mit direkter Kenntnis der Angelegenheit zitiert, wandte sich Nvidia an Apollo Global Management, den Eigentümer von Brightspeed, mit dem Plan, ein Netz kleiner Rechenzentren in bis zu 20 US-Bundesstaaten aufzubauen. Apollo bat um einen schriftlichen Vorschlag, und Nvidia reichte ihn ein und bat um technische Informationen und Besichtigungen mehrerer Standorte.
Nvidias eigene Schätzung, so der Bericht, liegt bei rund 1 Gigawatt verfügbarer Leistung — genug, um Systeme mit Vera-Rubin-Chips zu betreiben, die laut The Information mehrere zehn Milliarden Dollar wert sein könnten. Als Standorte werden unter anderem Dothan in Alabama, Killeen in Texas und Mansfield in Ohio genannt.
Brightspeed entstand 2022, nachdem Apollo-Fonds Teile des lokalen Telefon- und Breitbandgeschäfts von Lumen Technologies für 7,5 Milliarden US-Dollar gekauft hatten. Mit der Sache vertraute Personen sagten The Information, das Unternehmen stehe Berichten zufolge kurz vor der Insolvenz — was keine Bestätigung eines Insolvenzantrags ist.
Warum alte Telefongebäude
Die Gebäude verfügen bereits über Strom, Glasfaser und genehmigte Nutzungszonen, was die Inbetriebnahme im Vergleich zum Bau eines neuen Campus beschleunigen könnte. Der Vorschlag kommt in einer Zeit starken Widerstands gegen große Rechenzentren: Bei US-Kommunalwahlen wurden mindestens 40 lokale Gesetze verabschiedet, die den Bau solcher Anlagen bremsen oder überwachen sollen, so The National, und siegreiche Gouverneurskandidaten, auch in Texas, forderten Moratorien für neue Projekte.
Das vorgeschlagene Netz wäre ein Inferenz-Netz — es soll bereits trainierte KI-Modelle ausführen, nicht neue Modelle trainieren. Nvidia soll erwogen haben, Anfang 2027 mit den Umbauten zu beginnen, mit Vera-Rubin-Servern und Groq-Technologie, doch es gibt keinen bestätigten Zeitplan. Zu den möglichen Kunden könnten SpaceX, Anthropic und OpenAI gehören, wobei unklar ist, ob Nvidia oder Apollo mit diesen Unternehmen über das Projekt gesprochen hat.
Es gibt praktische Hürden: Ältere Telekomgebäude benötigen möglicherweise spezielle Kühlsysteme und elektrische Nachrüstungen. Zac Smith, Vorstandschef des KI-Netzwerkunternehmens Datum, sagte The Information, dass solche Immobilien ungenutzte Stromkapazitäten erschließen können, warnte aber, dass sie wegen alternder Elektroanlagen manchmal teurer im Betrieb sein können.
Der Nvidia-Kontext
Der Schritt knüpft an zwei Themen an, über die Geekiki bereits berichtet hat: den Druck auf die KI-Kosten, der die Nvidia-Aktie Anfang November fallen ließ und den Nasdaq in eine Korrektur drückte, sowie die Beziehung zwischen Apollo und Nvidia — der Investor hat kürzlich zugestimmt, Vera-Rubin-Chips im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar zu kaufen, um sie an SpaceX zu vermieten. Das bedeutet nicht, dass SpaceX die Brightspeed-Gebäude nutzen wird: Der Bericht stellt klar, dass dies nicht belegt ist.
Kurz gesagt: Der Vorschlag ist ein Bericht aus dem Hintergrund, keine offizielle Ankündigung. Sollte er vorankommen, könnte er einen neuen Weg zeigen, KI-Rechenkapazität auszubauen, ohne auf Megaprojekte angewiesen zu sein — doch wie viele Gebäude geeignet sind, was die Umbauten kosten und wie viel Leistung sie tatsächlich liefern würden, bleibt offen.
Bildnachweis: NVIDIA-Logo, via Wikimedia Commons.
Quellen
- TechTimes — Nvidia Is Looking at Old Telephone Buildings for AI Data Centres (6. November 2026)
- FourWeekMBA — Nvidia Said to Pitch Deal on Old Phone Buildings With 1 GW
- Geekiki — Nvidia fällt und Nasdaq gerät wegen KI-Kosten in eine Korrektur
- Geekiki — Update: SpaceX Apollo konkretisiert GPU-Leasing über 40 Milliarden US-Dollar
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Von Muse