Meta deaktiviert Kameras von Tausenden „gehackten“ Smart Glasses

Meta hat bestätigt, dass das Unternehmen die Kameras von Tausenden Smart Glasses aus der Ferne deaktiviert hat, nachdem festgestellt wurde, dass Nutzer die Aufnahme-LED manipuliert hatten, um Menschen ohne deren Wissen zu filmen. Der von Semafor aufgedeckte und von Medien wie Engadget und Qz bestätigte Vorfall entfacht die Debatte über den Datenschutz bei Wearables mit eingebauter Kamera neu.

Wie die LED funktioniert, die eigentlich unmanipulierbar sein sollte

Die Smart Glasses von Meta verfügen über ein weißes Licht — die sogenannte „Capture-LED“ —, das bei einer Fotoaufnahme schnell blinkt und während der gesamten Videoaufnahme aktiv bleibt. Laut dem Unternehmen selbst wurde diese Anzeige ganz bewusst ohne „Ausschalter“ entwickelt, um sicherzustellen, dass Anwesende immer wissen, wenn sie gefilmt werden.

Das Problem: Einige Nutzer fanden Wege, diese LED physisch abzudecken oder zu beschädigen, wodurch die Warnung umgangen und die Brille in eine unauffällige Spionagekamera verwandelt wurde. Schlimmer noch: Laut Meta haben einige Modder die Entfernung der LED sogar zu einem Geschäftsmodell gemacht und diesen Manipulationsservice anderen angeboten.

Metas Reaktion: Kamera aus der Ferne gesperrt

Um das Problem einzudämmen, hat das Unternehmen ein Software-Update veröffentlicht, das erkennt, ob die LED abgedeckt oder physisch zerstört wurde. Sobald die Manipulation festgestellt wird, werden die Foto- und Videofunktionen der Smart Glasses aus der Ferne komplett deaktiviert, bis die Anzeige repariert oder freigelegt wird.

Nach Angaben von Meta wurde weniger als ein Zehntel eines Prozents aller verkauften Brillen manipuliert. Da das Unternehmen im Jahr 2025 jedoch schätzungsweise 7 Millionen Einheiten verkauft hat, entspricht dieser kleine Prozentsatz dennoch Tausenden betroffenen Geräten. Neben der Sperrung der Kameras kündigte Meta an, Anzeigen und Angebote für solche Modifikationsdienste zu löschen, beteiligte Konten zu sperren und sogar rechtliche Schritte gegen Anbieter dieser „Dienstleistungen“ zu prüfen — selbst außerhalb der eigenen Plattformen.

Ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel

Alex Himel, Vizepräsident für Wearable Technologies bei Meta, brachte die Herausforderung des Unternehmens auf den Punkt: Der Kampf gegen diese Art von Manipulation sei „ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel“, da immer wieder neue Methoden zur Umgehung der Sicherheitsvorkehrungen auftauchen. Diese Aussage verdeutlicht, dass der Streit zwischen Meta und System-Bypassern noch lange nicht vorbei ist.

Ein größeres Problem als nur Metas Smart Glasses

Der Vorfall geschieht inmitten einer Welle des generellen Misstrauens gegenüber tragbaren Kameras: Zahlreiche Arbeitsplätze haben den Einsatz solcher Geräte bereits verboten, und die Sorge vor unautorisierter Überwachung hat durch Skandale um den Missbrauch von Überwachungsdaten in anderen Technologien — etwa automatischen Kennzeichenlesern — weiter an Fahrt aufgenommen.

Für alle, die die Geek-Welt und den Wettlauf der Big Techs um KI-gestützte Wearables verfolgen, verdeutlicht der Fall ein Dilemma, das weiter an Bedeutung gewinnen wird: Wo endet die Verantwortung eines Herstellers, wenn die Hardware selbst so manipuliert werden kann, dass sie die Privatsphäre Dritter verletzt?