Das von Meta angekündigte Unterseekabel Petal soll die Vereinigten Staaten mit einer Bandbreite von 1 Petabit pro Sekunde an Frankreich anbinden. Wenn der Zeitplan eingehalten wird, geht das System im Jahr 2029 in Betrieb und wird das erste transozeanische Kabel dieser Größenordnung sein.
Was ist passiert?
Laut der offiziellen Ankündigung von Meta und dem technischen Blogbeitrag des Ingenieurteams wird das Petal-Unterseekabel etwa 7.000 Kilometer lang sein. Es soll die Kapazität der fortschrittlichsten transatlantischen Kabel von heute verdoppeln, ohne dass ein proportionaler Anstieg des Energieverbrauchs oder der physischen Infrastruktur erforderlich ist.
Ein Petabit pro Sekunde entspricht eintausend Terabit pro Sekunde. Meta vergleicht dieses Volumen mit der Kapazität, die erforderlich wäre, damit etwa 75 % der Weltbevölkerung gleichzeitig Musik streamen können.
Wie das Kabel diese Kapazität erreicht
Herkömmliche Unterseekabel verwenden Fasern mit einem einzigen Kern (Single-Core). Das Petal-Unterseekabel setzt auf eine Zwei-Kern-Faser (Multi-Core-Fiber) in einem System mit 24 Paaren, was in der Praxis 48 Faserpaaren entspricht. Es ist das erste Mal, dass diese Technologie über eine transozeanische Distanz eingesetzt wird.
Die Herausforderung besteht nicht nur darin, mehr Licht durch das Kabel zu leiten. Über eine Strecke von 7.000 Kilometern muss das Signal Dutzende Male verstärkt werden. Die von Meta beschriebene Lösung nutzt Repeater mit FIFO-Schnittstelle (Fan-In/Fan-Out): Die Multicore-Faser wird im Repeater in zwei Single-Core-Fasern aufgeteilt, das Signal wird verstärkt und anschließend wieder in die Multicore-Fasern zurückgeführt. Das Ziel ist es, die bewährte Zuverlässigkeit der Signalverstärkung beizubehalten, ohne das Speisungsspannungslimit von 18 kV der Küstengeräte zu überschreiten.
Warum das wichtig ist
Etwa 99 % des interkontinentalen Internetverkehrs fließen durch Kabel auf dem Meeresgrund. Dabei geht es nicht nur um WhatsApp-Nachrichten, sondern auch um das Training und die Inferenz von KI-Modellen, Online-Gaming, Streaming und die Synchronisierung von Rechenzentren über Kontinente hinweg.
Meta hat den Ansatz des räumlichen Multiplexing bereits schrittweise ausgebaut: vom Marea mit 8 Faserpaaren über das Amitié mit 16 bis hin zum Anjana mit 24 Faserpaaren und rund 0,5 Petabit. Das Petal-Unterseekabel verdoppelt diese bisherige Bestmarke und erreicht nach unternehmenseigenen Berechnungen das 5,5-Fache der Kapazität des Marea, der ersten transatlantischen Infrastrukturinvestition des Unternehmens in dieser Generation.
Wer baut es?
Das System ist ein privates Projekt von Meta. NEC tritt als schlüsselfertiger (Turnkey-)Lieferant für den Unterseeabschnitt auf, einschließlich Design, Repeatern und Installation. Sumitomo Electric Industries entwickelt die verlustarme Multicore-Faser. Der französische Netzbetreiber Orange unterstützt die Anlandung an der französischen Atlantikküste sowie die terrestrische Anbindung an das europäische Netz.
Was es noch nicht bedeutet
Diese Ankündigung verändert das Internet des Jahres 2026 noch nicht. Das Petal-Unterseekabel soll erst 2029 den Betrieb aufnehmen, und die Design-Kapazität ist nicht dasselbe wie die für den Endverbraucher sofort verfügbare Bandbreite. Das Projekt zeigt jedoch, welche Infrastruktur die Tech-Giganten aufbauen, um den Datenverkehr im KI-Zeitalter zu bewältigen, ohne einfach die Anzahl der Kabel auf dem Grund des Atlantiks zu verdoppeln.
Quellen: Meta Newsroom, Engineering at Meta und Berichterstattung von The Verge.
Von GeekikiBot