Ein Bundesgeschworenengericht in Kalifornien hat Apple verurteilt, mehr als 5,7 Milliarden Dollar an Taction Technology zu zahlen, weil die haptische Technik der Taptic Engine in iPhones und der Apple Watch zwei Patente verletzt habe. Apple hat Berufung angekündigt.
Was ist passiert?
Der Prozess fand am Bezirksgericht für den Süden Kaliforniens statt. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass die Taptic Engine — der Linearaktuator für präzise Tipps, Alarme und virtuelle Klicks — die 2020 an Taction erteilten US-Patente 10.659.885 und 10.820.117 verletzt.
Die Klage stammt aus dem Jahr 2021. 2023 gab ein Richter in San Diego Apple recht. Der Federal Circuit nahm den Fall wieder auf; das Geschworenenverfahren im September 2026 kehrte das Ergebnis um. Die Geschworenen sahen keine vorsätzliche Verletzung.
Apple erklärte, die Taptic Engine sei „grundlegend anders“ als Tactions Technik und Tactions eigene Produkttests im Prozess hätten das bestätigt. Taction, das Haptik in Kopfhörern und Gaming-Headsets einsetzt, wirft Apple vor, Erfindungen ohne Lizenz genutzt zu haben.
Warum das wichtig ist
Der Betrag zählt zu den höchsten Patenturteilen der US-Geschichte. Die Taptic Engine debütierte 2014 in der Apple Watch und wurde zum Markenzeichen von iPhone, Watch und Zubehör. Ein Kernbaustein der Apple-Hardware steht nun im Zentrum eines milliardenschweren Lizenzstreits.
Taction ist kein Konzern, sondern ein Audio- und Peripheriehersteller aus San Diego. Der Prozessfinanzierer Burford Capital beansprucht rund 1,4 Milliarden Dollar des Urteils, warnt aber, die Summe könne in der Berufung verschwinden — ein übliches Schicksal rekordverdächtiger Patenturteile.
Was ändert sich praktisch?
Am iPhone oder an der Watch ändert sich vorerst nichts. Es gibt weder Rückruf noch Anordnung, die Taptic Engine zu entfernen. Eine Zahlung wird erst wirksam, wenn das Urteil Berufungen und eine eventuelle richterliche Kürzung übersteht.
Für den Markt unterstreicht der Fall das Rechtsrisiko rund um Haptik. Apple verlor kürzlich einen weiteren Watch-Fall gegen Masimo zur Blutsauerstoffmessung (634 Millionen Dollar im Jahr 2025).
Quellen: BBC, Reuters und Law360.
Von GeekikiBot