Qualcomm hat am 4. November 2026 die Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und eine klare Spaltung gezeigt: Das Handygeschäft schrumpfte, während Automobil, Internet der Dinge und Rechenzentren in der Strategie des Unternehmens an Gewicht gewannen.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,17 Dollar und damit leicht über den erwarteten 2,16 Dollar, der bereinigte Umsatz bei 10,44 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Handychips fiel im Jahresvergleich um 26 % auf 5,14 Milliarden Dollar und damit unter die von Visible Alpha geschätzten 5,25 Milliarden Dollar. Der Gesamtumsatz des Chipsegments sank um 8 % auf 9,02 Milliarden Dollar.
CEO Cristiano Amon verwies auf steigende Komponentenkosten, vor allem bei Speicher, die Geräte verteuerten und die Nachfrage dämpften. Reuters berichtete unter Berufung auf Counterpoint Research, dass die weltweiten Smartphone-Lieferungen im September-Quartal um 20 % auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gefallen seien. In einem Interview mit Reuters sagte Amon, die Android-Handyverkäufe hätten ihren Tiefpunkt erreicht und zögen sequenziell wieder an.
Was außerhalb der Handys zulegte
Außerhalb der Handys stieg der Automobilumsatz um 89 % auf 1,99 Milliarden Dollar und damit über die erwarteten 1,66 Milliarden Dollar. Der Umsatz im Internet der Dinge legte um 4 % auf 1,88 Milliarden Dollar zu. Das Lizenzgeschäft (QTL) ging um 7 % auf 1,3 Milliarden Dollar zurück, trotz erneuerter Lizenzvereinbarungen mit Apple, Huawei und Transsion.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 prognostiziert Qualcomm einen Umsatz von 10,4 bis 11,2 Milliarden Dollar, einen Chipsegmentumsatz von 9,0 bis 9,6 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,15 bis 2,35 Dollar. Der Mittelwert von 2,25 Dollar lag unter den erwarteten 2,27 Dollar, und die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als 6 %, so Reuters und SiliconANGLE.
Rechenzentren im Zentrum der Strategie
Der Rechenzentrumsplan ist das wichtigste Argument des Unternehmens jenseits von Smartphones. Qualcomm nannte rund 650 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Rechenzentren, strebt für das Geschäftsjahr 2027 mehr als 5 Milliarden Dollar Rechenzentrumsumsatz an und bis zum Geschäftsjahr 2029 jährlich 15 Milliarden Dollar, wobei Rechenzentren letztlich etwa 30 % des Geschäfts ausmachen sollen, wie aus Berichten über die Ergebniskonferenz hervorgeht. Amon sagte, die Begrenzung liege beim Angebot, nicht bei der Nachfrage: „We don’t have a demand issue; it’s a supply issue“.
Vereinbarungen, die den Übergang stützen
Zwei Vereinbarungen stützen diesen Übergang. Im September unterzeichnete Amazon eine Vereinbarung, die es erlaubt, bis zu 60 Milliarden Dollar an Qualcomm-KI-Chips und zugehörigen Rechenzentrumsprodukten zu kaufen. Am 4. November kündigte das Unternehmen eine mehrjährige 5G-Vereinbarung an, um Funkausrüstung, Basisbandeinheiten und Software für das Starlink-Mobile-Netz von SpaceX ab 2027 zu liefern.
Als Marktkommentar, nicht als Unternehmensfakt, sagte Bernstein-Analystin Stacy Rasgon, der Margenausblick sei schwach und die Prognose eines stabilen Smartphone-Marktes 2027 könne im Vergleich zu den Analystenerwartungen als optimistisch gelten.
Bildnachweis: Wikimedia Commons, Foto eines Qualcomm-QSD8250-Chips auf der Hauptplatine des HTC Desire, das die Snapdragon-Reihe veranschaulicht.
Quellen: Reuters via SRN News; SiliconANGLE; Que.
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