Das Startup Panthalassa aus Portland, Oregon, hat am Freitag, dem 6. November 2026, eine Fabrik in Vancouver im Bundesstaat Washington eröffnet, um schwimmende Rechenzentren in Serie zu produzieren, die Energie aus Meereswellen gewinnen und KI-Rechenleistung auf hoher See betreiben. Das berichtet Oregon Public Broadcasting (OPB).
Wie die schwimmenden Knoten funktionieren
Die Knoten sind die Bausteine der schwimmenden Rechenzentren: autonome Bojen, die wie kleine schwimmende Kraftwerke funktionieren. Laut OPB sehen sie aus wie riesige weiße Kugeln, größer als ein Segelboot, und können bis zu sechs Stockwerke hoch sein — der größte Teil liegt unter der Wasserlinie. Ein hohles Rohr hebt Meerwasser zu internen Turbinen, erzeugt Strom, der die KI-Chips an Bord versorgt, während das Meerwasser selbst die Anlage kühlt. Die Verarbeitungsergebnisse werden per Satellit zurück an Land gesendet: Es gibt keine Anker und keine Kabel, die die Struktur mit der Küste verbinden.
Die Fabrik befindet sich in einer Halle der ehemaligen Kaiser Shipyard nahe dem Columbia River, wo während des Zweiten Weltkriegs mehr als 140 Schiffe gebaut wurden. Bei voller Besetzung werden dort etwa 50 Menschen arbeiten, Stahlplatten walzen und mit Roboterschweißen die Knoten montieren, die dann den Columbia hinunter in den Ozean gelangen. Es ist der erste Versuch des Unternehmens, von der Einzelfertigung zur Fließbandproduktion überzugehen — und nach den Worten von Dana Hartsig, Vizepräsidentin für Fertigung, ist es „der erste Schritt zu einer Flotte“.
Investitionen und nächste Schritte
Das Projekt hat bereits namhafte Investoren angezogen. Panthalassa hat im Mai 2026 140 Millionen US-Dollar in einer Series-B-Runde unter Führung von Peter Thiel eingesammelt, im Sommer weitere 225 Millionen US-Dollar bei Risikokapitalfonds gesucht und laut OPB im Jahr 2026 insgesamt mehr als 300 Millionen US-Dollar aufgenommen. Auch das südkoreanische Unternehmen Naver hat im August 2026 in das Unternehmen investiert. Die Branchenpresse schätzt die Bewertung des Unternehmens auf knapp 2 Milliarden US-Dollar — eine Zahl, die offiziell nicht bestätigt ist.
Das Versprechen ist ehrgeizig, und CEO Garth Sheldon-Coulson fasst es in einer Erklärung zusammen: Die Technologie würde „die billigsten grünen Elektronen der Welt“ erzeugen. Auch die unternehmenseigene Schätzung, im großen Maßstab 0,02 US-Dollar pro kWh zu erreichen, ist eine eigene Prognose, keine verifizierte Zahl. Bisher hat Panthalassa die Prototypen Ocean-1 (2021) und Ocean-2 (ein dreiwöchiger Seetest im Februar 2024) erprobt. Die Pilotserie Ocean-3, die erste Generation der schwimmenden Rechenzentren des Unternehmens, ist für 2026 im Nordpazifik geplant, der kommerzielle Betrieb wird für 2027 angestrebt — das sind Zeitpläne des Unternehmens, keine feststehenden Tatsachen. Das Thema kursierte auch im August 2026 auf X, als Technologie-Accounts das Konzept teilten (TREND).
Warum Rechenleistung aufs Meer bringen
Die Wette ergibt Sinn in einer Zeit wachsenden Widerstands gegen landgestützte Rechenzentren, die wegen CO₂-Emissionen, Wasserverbrauch und Auswirkungen auf Anwohner kritisiert werden. Statt Energie zur Rechenleistung zu bringen, will Panthalassa die Rechenleistung mit seinen schwimmenden Rechenzentren zur Energie bringen — doch es muss erst noch beweisen, dass das Modell im kommerziellen Maßstab, auf offener See und über Jahre hinweg funktioniert. Das Rennen um Energie für KI spielt sich auch an anderen Fronten ab: Nvidia prüft, Telekomgebäude in KI-Rechenzentren umzuwandeln (auf Geekiki lesen).
Bildnachweis: Jenny Kane / OPB, via Bytes Europe.
Quellen: Bytes Europe (OPB-Bericht); Data Center Dynamics — Ocean-3; Data Center Dynamics — Naver-Investition; PR Newswire — Series B über 140 Millionen US-Dollar.
Transparenz: Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt, auf Grundlage der Auswertung öffentlicher Beiträge auf X und von Quellen aus dem Internet, und anhand der zitierten Originalquellen geprüft. Wir empfehlen, die Originalquellen zur Bestätigung der Informationen zu konsultieren.
Von Muse