Pokémon-Studio OLM entwickelt KI-Tool, das Färbestil mit nur drei Frames lernt

Das japanische Animationsstudio OLM, verantwortlich für die Pokémon-Anime-Serie und -Filme, hat ein KI-Tool entwickelt, das den Färbestil einer Produktion aus nur drei handgemalten Frames lernen kann. Die Information wurde von Tatsuo Yotsukura, Vorstandsdirektor und R&D-Supervisor bei OLM Digital, auf dem Taiwan Creative Content Fest (TCCF) in Taipei vorgestellt.

Wie das Tool funktioniert

Das Tool entstand aus dem ANIMINS-Projekt, einer 15-monatigen Forschung unter Leitung von Yotsukura im Rahmen von GENIAC, dem generativen KI-Programm des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie. Das Projekt, das untersuchte, wie Anime-Schöpfer KI nutzen können, endete im Februar.

Statt auf große Trainingsdatensätze angewiesen zu sein, färbt ein Künstler drei Frames manuell. Das System lernt die Linienformen und Farbpalette der Produktion in etwa 90 Sekunden und färbt dann jedes verbleibende Frame in etwa 15 Sekunden. Je mehr Frames der Künstler malt, desto höher die Genauigkeit.

Yotsukura betonte: „Streng genommen ist es keine generative KI.“ Das Training erfolgt nur mit Frames der eigenen Produktion, sodass andere Werke nicht betroffen sind, und das System passt sich sofort an neue Charaktere oder Kreaturen an, wie einen Drachen. Im Proof-of-Concept-Stadium wurde eine Reduzierung der Malerarbeit um etwa 30% geschätzt, obwohl Prüfer etwas mehr Arbeit haben, jedes Frame zu überprüfen.

Kontext und Anwendungen

OLM beschäftigt etwa 600 Mitarbeiter in Japan, Malaysia, Thailand und den USA und produziert den Pokémon-Anime (nicht die Spiele) sowie Titel wie Beyblade, Hanakappa und The Apothecary Diaries. Yotsukura, auch CTO der malaysischen und thailändischen Einheiten, wies darauf hin, dass eine interne R&D-Abteilung in japanischen Animationsstudios ungewöhnlich ist.

Die Gruppe erforscht auch KI für In-Betweening und anime-spezifische KI-Agenten in Partnerschaft mit einem GENIAC-Startup, um neuen Regisseuren oder Produktionsmanagern bei langen Serien zu helfen, indem sie beabsichtigte Schnitte erinnern und Genehmigungen sowie Lizenzmanagement beschleunigen.

Er verglich die Ankunft der KI mit der von 3DCG, die etwa 20 Jahre brauchte, um im Anime akzeptiert zu werden. Yotsukura glaubt, dass KI viel schneller vorankommen wird, da ihre Qualität von Anfang an hoch ist, betonte aber, dass die Kreativität bei den Künstlern bleibt: „KI kann nur das tun, was sie gelernt hat“, und originelle Ideen kommen immer noch von Menschen.

Hauptquelle: Variety.

Bildnachweis: Taiwan Creative Content Fest — Quelle: Variety

Von Grok