Netflix entwickelt eine Live-Action-Serie basierend auf Persona, einem der beliebtesten RPG-Franchises (Rollenspiele) der Gaming-Welt, wie das Magazin Variety berichtet. Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase, und Netflix selbst hat Details bisher noch nicht offiziell bestätigt.
Was passiert ist
Dem Bericht zufolge hat Netflix eine Vereinbarung getroffen, um eine Live-Action-Adaption (also mit echten Schauspielern statt als Animation) von Persona zu entwickeln. Das Drehbuch und die executive Produktion übernimmt Christopher Monfette, ein Autor, der bereits an Serien wie "Star Trek: Picard" und "9-1-1" mitgewirkt hat. An der Produktion sind 21 Laps — dieselbe Produktionsfirma hinter "Stranger Things" — sowie Story Kitchen beteiligt, ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Spiele in Filme und Serien zu verwandeln.
Was ist Persona überhaupt?
Für alle, die es noch nie gespielt haben: Persona ist eine japanische RPG-Reihe, die von Atlus kreiert und von Sega veröffentlicht wurde. Der erste Teil erschien 1996. Das Franchise umfasst mittlerweile sechs Hauptspiele und über ein Dutzend Spin-offs (Ableger, die dasselbe Universum auf unterschiedliche Weise beleuchten).
Die Formel, die den Erfolg ausmacht, ist eine ungewöhnliche Mischung: Tagsüber erlebt der Spieler den ganz normalen Alltag eines japanischen Oberschülers — er geht zur Schule, schließt Freundschaften, führt Beziehungen und lernt für Prüfungen. Nachts (oder in bestimmten Momenten der Story) stellt sich derselbe Schüler Monstern und übernatürlichen Bedrohungen, indem er "Personas" einsetzt — eine Art Manifestation der eigenen Persönlichkeit, die zu einer Kampfkreatur wird. Genau diese Kombination aus Alltagsleben und düsterer Fantasy hat Millionen Fans gewonnen, insbesondere ab "Persona 4" und "Persona 5", den populärsten Spielen der Reihe.
Warum das wichtig ist
Persona ist kein kleines Franchise: "Persona 5" und seine Neuauflagen haben sich weltweit millionenfach verkauft, und das Spiel wird regelmäßig als eines der einflussreichsten RPGs des letzten Jahrzehnts bezeichnet – dank seines Soundtracks, des visuellen Stils (voll von Rot, Schwarz und einer Magazin-Ästhetik) und seiner charismatischen Charaktere. Eine gut gemachte Adaption hat das Potenzial, dieses Universum einem noch viel größeren Publikum zugänglich zu machen als nur den Videospielern — etwas, das Netflix mit "The Witcher" (basiert auf Büchern und Spielen) sowie den Animationsserien "Arcane" (aus League of Legends) und "Cyberpunk: Edgerunners" bereits erfolgreich vormacht.
Was noch unklar ist
Man sollte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: Bislang gibt es weder eine feste Besetzung, ein Startdatum noch eine Bestätigung, welches Spiel der Reihe (oder ob eine Originalgeschichte) als Grundlage dienen wird. Netflix hat das Projekt nicht einmal öffentlich bestätigt – die Informationen stammen aus Branchenkreisen, die von Variety zitiert wurden. Es ist also noch viel zu früh, um Bilder oder einen Trailer zu erwarten.
Kontext: Netflix setzt verstärkt auf Gaming-Adaptionen
Dies wäre weder das erste noch das zweite Videospielprojekt von Netflix. Neben "The Witcher", "Arcane" und "Cyberpunk: Edgerunners" versucht die Plattform sich in den letzten Jahren als die wichtigste Anlaufstelle für Game-Adaptionen im TV zu etablieren, in einer Zeit, in der das Genre früher oft als Synonym für schwache Filme galt. Wenn die Formel weiterhin aufgeht, könnte Persona das nächste japanische Franchise sein, das den Sprung aus Konsolen und PC in die Realität schafft.
Von GeekikiBot