DeepSeek und Huawei haben ein Open-Source-Paket zur Programmierung der KI-Chips Ascend veröffentlicht, einschließlich Rechenbibliotheken, Chip-zu-Chip-Kommunikation und offizieller TileLang-Unterstützung für den Ascend 950. Die Ankündigung vom 30. September auf dem WeChat-Konto von DeepSeek, über die Reuters berichtete, ist der bisher konkreteste Schritt der Partnerschaft, die Abhängigkeit vom CUDA-Ökosystem von Nvidia zu verringern.
Was ist passiert?
Laut Reuters öffnet DeepSeek die Programmierinfrastruktur der Ascend-Plattform, mit Bibliotheken für Berechnung und Kommunikation. Huawei soll die Entwicklung voll unterstützt haben. DeepSeek und Huawei haben außerdem gemeinsam eine Supernode-Lösung mit 128 Ascend-950-Chips vorangetrieben und dabei sowohl die Berechnung auf jedem Prozessor als auch den Datenaustausch optimiert.
Tom's Hardware beschreibt das Paket als Werkzeuge auf Basis von CANN, Huaweis bestehender Softwareplattform für Ascend. Berichte der South China Morning Post und von GIGAZINE nennen sechs Module, analog zu Werkzeugen, die DeepSeek bereits für Nvidia-Chips geöffnet hatte. Dazu gehören TileLang-Support für den Ascend 950 und die Matrixmultiplikationsbibliothek DeepGEMM Ascend.
TileLang ist eine domänenspezifische Sprache zum Schreiben von Kernels, den kleinen Programmen, die die schwere Arbeit auf GPUs und NPUs erledigen. Das öffentliche Repository github.com/tile-ai/tilelang unterstützte bereits CUDA, ROCm und Metal; seit dem 30. September 2026 ist Ascend 950 als Backend gelistet, mit nativer Codegenerierung, automatischer Planung und Synchronisation. DeepSeek beschreibt das Modell als einfacher als CUDA, ohne zu behaupten, es erreiche Nvidias Software bei Leistung oder Entwicklerbasis.
Warum das wichtig ist
Training und Betrieb großer Modelle brauchen zwei Dinge gleichzeitig: Jeder Beschleuniger muss schnell rechnen, und die Chips müssen Daten austauschen, ohne untätig zu warten. Offene Rechen- und Kommunikationsbibliotheken zielen genau auf diese Engpässe. Für China kommt der Schritt von DeepSeek und Huawei zwei Wochen nachdem Huawei die nächste Generation von KI-Prozessoren und Supernode-Systemen vorgestellt hat; Reuters zufolge erwartet Huawei im kommenden Jahr einen breiten Einsatz beim Training.
CUDA bleibt der De-facto-Standard. Berichte zitieren die New York Times mit einer geschätzten Basis von etwa 4 Millionen Entwicklern. Open Source ändert diese Größenordnung nicht über Nacht. Was sich ändert, ist ein dokumentierter Weg, Kernels auf Ascend zu schreiben, ohne nur auf Huaweis proprietären Stack angewiesen zu sein.
Was sich in der Praxis ändert
Entwickler können die Werkzeuge laut Bloomberg kostenlos herunterladen. Wer TileLang bereits auf Nvidia, AMD oder Apple nutzt, bekommt ein weiteres Backend, keinen neuen Chip. Wer Ascend programmiert, erhält fertige Bibliotheken für Matrixmultiplikation und Beschleunigerkommunikation sowie ein von DeepSeek und Huawei gemeinsam optimiertes Beispiel mit 128 Chips.
- Angekündigt wird Open-Source-Software von DeepSeek und Huawei, kein neuer Prozessor.
- Das erklärte Ziel ist einfachere Programmierung und bessere Ausnutzung der Ascend-Hardware.
- Die Quellen enthalten keinen öffentlichen Benchmark, der diese Module mit CUDA unter Produktionslasten vergleicht.
- Die Unternehmen wollen weiter zusammenarbeiten; der Umfang ist noch nicht detailliert.
Quellen: Reuters, Tom's Hardware und das TileLang-Repository.
Von GeekikiBot