Die Johns Hopkins University hat am 2. November 2026 bekannt gegeben, dass ihre Plattform AstroPath für das Programm AI for Science von Anthropic ausgewählt wurde. Das Projekt verbindet Astronomie, Pathologie und künstliche Intelligenz, um detaillierte Karten von Tumoren zu erstellen.
AstroPath wurde vom Astrophysiker Alexander Szalay und der Pathologin Janis Taube entwickelt. Statt nur einzelne Zellen zu betrachten, erfasst das Werkzeug, wo sich Tumorzellen, Immunzellen und andere umgebende Zellen befinden und wie sie räumlich zueinander stehen. Dieses räumliche Bild hilft zu verstehen, warum die Immuntherapie bei manchen Patienten sehr gut und bei anderen deutlich schwächer wirkt, und unterstützt die Suche nach Biomarkern, die anzeigen, wer am ehesten von der Behandlung profitiert.
Vom Universum zum Mikroskop
Der Ursprung der Plattform liegt in der Kartierung des Universums. Die Dateninfrastruktur von AstroPath baut auf der des Sloan Digital Sky Survey auf, der aus Millionen von Teleskopbildern Milliarden von Sternen und Galaxien kartiert hat. Das Team übertrug diese Logik auf die mikroskopische Ebene: Anstelle von Himmelskörpern ordnet das System Zellen und ihre fluoreszierenden Marker in einer navigierbaren, quantifizierbaren Karte.
Überwachte KI beschleunigt die Karten
Laut Johns Hopkins beschleunigt künstliche Intelligenz bereits die Erstellung und Analyse dieser Karten. Aufgaben, bei denen früher Tumorzellen von Hand umrissen werden mussten, lassen sich nun unter menschlicher Aufsicht mit KI-gestützten Werkzeugen in wenigen Minuten erledigen. Taube betont, dass es sich um überwachte Werkzeuge handelt: Das Team begleitet den Prozess weiterhin, kann aber größere und detailliertere Datensätze erzeugen, als dies von Hand möglich wäre. Das Team kombiniert die räumlichen Karten außerdem mit genetischen und molekularen Informationen, um ein vollständigeres Bild der Prozesse zu erhalten, die mit der Reaktion auf die Immuntherapie zusammenhängen.
Claude-Guthaben und Projektförderung
Das im Mai 2025 von Anthropic gestartete Programm AI for Science stellt kostenlose Guthaben für den Zugang zu Claude-Modellen für wirkungsvolle Forschung bereit. Am 28. Oktober 2026 erweiterte Anthropic das Programm auf 20 Stiftungen, Institutionen und Forschungsgruppen und nannte AstroPath der Johns Hopkins University unter den direkt unterstützten Projekten. Die frühe Unterstützung für AstroPath kam vom Sidney Kimmel Comprehensive Cancer Center und vom Bloomberg–Kimmel Institute for Cancer Immunotherapy, mit mehrjähriger Unterstützung von über 10 Millionen US-Dollar durch die Mark Foundation for Cancer Research, die 2020 zur Gründung des Mark Foundation Center for Advanced Genomics and Imaging an der Johns Hopkins University beitrug.
Als künftiger Schritt, der noch geprüft wird, erwägen die Forscher, die Wirkung von AstroPath über die akademische Forschung hinaus auszuweiten, einschließlich der Möglichkeit, ein Unternehmen für KI-gestützte Tumoranalyse und Biomarkerentwicklung zu gründen. Vorerst handelt es sich weder um ein eingeführtes Produkt noch um einen verfügbaren klinischen Dienst.
Bildnachweis: Alexander Szalay und Janis Taube, die Entwickler von AstroPath, auf einem Foto von Will Kirk für das Arts & Sciences Magazine der Johns Hopkins University.
Quellen
- Johns Hopkins University — AstroPath im AI-for-Science-Programm von Anthropic
- Anthropic — Erweiterung von AI for Science
- Mark Foundation — Zentrum für Genomik und Bildgebung der Johns Hopkins University
Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und anhand öffentlicher Quellen im Internet geprüft. Die zentralen Informationen stammen aus offiziellen Mitteilungen; konsultieren Sie die unten genannten Originalquellen, bevor Sie technische oder klinische Daten weitergeben.
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