AST SpaceMobile hat am 23. Oktober 2026 eine kommerzielle Vereinbarung mit den brasilianischen Regionalanbietern Brisanet, Unifique und Iez! Telecom unterzeichnet, um Satellitenkonnektivität direkt auf gewöhnliche Mobiltelefone in Brasilien zu bringen. Ziel ist es, Sprache, mobiles Breitband und Video ohne externe Antenne, spezielle App oder Gerätewechsel anzubieten.
Die Technik heißt Direct-to-Device (D2D). Dabei kommuniziert das Smartphone außerhalb der Reichweite terrestrischer Masten mit dem Satelliten, und der Datenverkehr gelangt über Boden-Gateways ins Netz des Betreibers.
Die drei Betreiber stellen Spektrum im 700-MHz-Band bereit und investieren in die Bodeninfrastruktur, die ihre Netze mit der Konstellation von AST SpaceMobile verbindet. Das 700-MHz-Band wird bereits für 4G genutzt und ist mit Versorgungsauflagen für Gemeinden unter 30.000 Einwohnern, Autobahnen und abgelegene Gebiete verbunden.
Für die Regionalanbieter ergänzt der Satellit Glasfaser und 5G, ersetzt sie aber nicht. Brisanet-Gründer und CEO José Roberto Nogueira sagte in einer Pflichtmitteilung, die Partnerschaft ergänze das Netz des Unternehmens und erweitere die Konnektivität über die terrestrische Infrastruktur hinaus. Unifique-Präsident Fabiano Busnardo fasste die Strategie so zusammen: „Nach Glasfaser und 5G ist der Satellit der nächste natürliche Schritt.“
Wichtig ist die Trennung zwischen Bestätigtem und Offenem. Bestätigt: Die Vereinbarung wurde am 23. Oktober 2026 unterzeichnet und bekannt gegeben. Offen: Die endgültigen Bedingungen werden noch verhandelt, und die kommerzielle Aktivierung hängt von Genehmigungen ab, unter anderem von der Telekommunikationsbehörde Anatel und der Wettbewerbsbehörde Cade. Die Unternehmen nannten weder einen Starttermin noch Preise, Investitionssummen, die Zahl der Gateways oder erste Versorgungsgebiete.
Derzeit läuft der direkte Satellitendienst in Brasilien noch in einem experimentellen Rahmen. Die Anatel betreibt eine regulatorische Sandbox, die befristete Testgenehmigungen bis zum 22. April 2029 erlaubt – das ist kein bereits genehmigter nationaler kommerzieller Start. Laut Berichten über die Vereinbarung hatte AST SpaceMobile im August 2026 13 Satelliten im Orbit und weltweit mehr als 60 Partnerschaften mit Betreibern. Berichte nennen daher eine durchgehende Versorgung erst für Ende 2027 als Erwartung, nicht als zugesagten Termin für Brasilien.
Die Ankündigung verschärft auch den Wettbewerb um den direkten Satellitenmarkt in Brasilien. Vivo nimmt an einem von der Anatel genehmigten Versuchsprogramm mit Starlink als Technologiepartner teil, doch ein breites kommerzielles Direct-to-Cell-Angebot für Kunden in Brasilien gibt es noch nicht.
Bildnachweis: Start der Satelliten BlueBird 11-13 von der Cape Canaveral Space Force Station, Foto von Gwendolyn Kurzen, U.S. Space Force, via Wikimedia Commons. Das Bild zeigt die Konstellation von AST SpaceMobile und nicht den in Brasilien angekündigten Dienst.
Quellen: TS2 Space; Brazil Stock Guide; TelecomLead; El Fondo; Coelestium; TipRanks.
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